Montag, 12. Oktober 2026, 10:40 Uhr
Oberarzt Ahmed Hussein mit Patientin Frau Nöldge (nachher Bild) (Foto: SHK)
Seit nunmehr schon zwei Jahren werden im Nordhäuser Südharz Klinikum Patientinnen und Patienten mit Adipositas behandelt. Möglich wurde die Therapie unter anderem durch die Einstellung von Ahmed Hussein als Oberarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.
Für den Geschäftsführer des Klinikums, Guido Hage, ein richtiger Schritt, denn die bisherigen Erfolge für die Patienten und Patientinnen können sich sehen lassen und das im wahrsten Sinne des Wortes. In den zurückliegenden zwei Jahren hatten wir mehr als 100 erfolgreiche Operationen”, berichtet Hage und Ahmed Hussein ergänzt, dass über 400 Frauen und Männer in der eigens geschaffenen Sprechstunde betreut werden.
Doch der Geschäftsführer und der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Prof. Dr. med Torben Glatz, ruhen sich auf diesen Zahlen nicht aus. Die Betreuung sowie die Nachsorge der Patienten wird durch die Gründung einer Adipositas-Selbsthilfegruppe am 19. August dieses Jahres ergänzt. Mit der Gründung der Gruppe wurde eine neue Plattform geschaffen, auf der sich Menschen mit Adipositas sowie Patientinnen und Patienten vor und nach einer bariatrischen Operation offen miteinander austauschen können. Die Leitung der Selbsthilfegruppe übernimmt Nancy Knopp.
Den Mitgliedern der Gruppen steht neben Frau Knopp das interdisziplinäre Adipositas-Team des Südharz Klinikums Nordhausen zur Seite. Diesem gehören neben dem Chefarzt und dem Oberarzt, die zertifizierte Ernährungsberaterin Kristina Oppenhäuser, Schwester Melissa Willhardt als Koordinatorin der Adipositas-Sprechstunde sowie die ärztliche Koordinatorin Frau Lopez für Fragen und den fachlichen Austausch zur Verfügung.
Im Mittelpunkt des ersten Treffens standen die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen. Mehrere bereits bariatrisch operierte Patientinnen und Patienten berichteten über ihren individuellen Weg – von der Entscheidung für eine Operation über die Zeit unmittelbar nach dem Eingriff bis hin zu den langfristigen Veränderungen im Alltag. Dabei schilderten sie ihre persönlichen Erfolge, aber auch Herausforderungen und Schwierigkeiten, die mit der Gewichtsabnahme und der notwendigen Umstellung des Lebensstils verbunden sein können.
Bei dem Treffen nahm auch Denise Nöldge teil. Sie ist die zweite Patientin, bei der eine Schlauchmagenoperation durchgeführt wurde. Innerhalb von rund einem Jahr gelang es der jungen Frau, ihr Gewicht von 155 Kilogramm auf 68 Kilogramm zu reduzieren und, was ebenso wichtig ist, zu halten.
Mittlerweile hat sich die Adipositas-Chirurgie am Klinikum in Nordhausen nicht nur im Landkreis herumgesprochen, sondern auch in Nordthüringen sowie in den angrenzenden Bundesländern. Als einen Schlüssel dieses Erfolgs sieht Oberarzt Hussein vor allem die technische Ausstattung mit dem Da-Vinci-Operationssystem sowie in der regionalen Struktur und der engen Nachsorge für die Patientinnen und Patienten.
Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe ist am 25. November geplant, ebenso die Zusammenarbeit mit einem Fitness-Studio in Nordhausen. Sollten die Fallzahlen in der Adipositas-Chirurgie weiterhin konstant bleiben, wovon die Mediziner und der Geschäftsführer ausgehen, dann soll im kommenden Jahr die Zertifizierung als Adipositas-Zentrum angestrebt werden.
Bei Fragen zur Selbsthilfegruppe oder Interesse an einer Teilnahme können sich Interessierte direkt an die Sekretärin Diana Matzelle (03631 412303) wenden.