Neues aus dem Klinikum
Zunahme der ambulanten Operationen
Montag, 09. Februar 2026, 07:02 Uhr
Die Zahl der ambulanten Operationen ist im Nordhäuser Südharz Klinikum in den zurückliegenden zwölf Monaten sukzessive angestiegen und wird weiter ansteigen. Darauf macht der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Prof. Dr. med. Torben Glatz aufmerksam. Dies stößt bei vielen Patienten teilweise auf Irritationen, da diese Operationen in der Vergangenheit regelhaft stationär durchgeführt wurden und Sorgen vor möglichen Komplikationen bestehen.
Hintergrund und Treiber dieser Entwicklung sind die Vorgaben der Krankenkassen, die Kliniken bundesweit zu ambulanten Eingriffen drücken. Ein Beispiel: Ein junger Mann, so um die 30 Jahre, kommt mit einem Leistenbruch ins Klinikum. Bislang verweilte der Patient zwei bis drei Tage stationär im Krankenhaus. Aktuell begibt er sich in die Außenstelle des Südharz Klinikums in die Nordhäuser Behringstraße um 9 Uhr zum OP-Termin und kann am Nachmittag die Räumlichkeiten wieder verlassen.
Wir Mediziner schauen uns dabei wie immer jeden Patienten sehr genau an und entscheiden nach reiflicher Überlegung, welche Art des Aufenthaltes möglich und notwendig ist. Die Leistungen, die wir im ambulanten OP-Bereich erbringen, stehen denen im stationären Umfeld in keinster Weise qualitativ nach. Im Nachgang einer erfolgreichen ambulanter OP sind Mediziner des Klinikums rund um die Uhr für die entlassenen Patienten erreichbar”, ergänzt der Chefarzt.
Wir können uns dem finanziellen Druck der Kassen nicht entziehen, die eine Verkürzung der Verweildauer zur Folge haben”, sagt Klinik-Geschäftsführer Guido Hage und ergänzt: Wir steuern in unserem Haus nicht primär nach dem finanziellen Erlös, sondern nach dem jeweiligen Bedarf. Wir nehmen deshalb auch schon mal ein temporäres Defizit in Kauf, weil wir wirtschaftlich in der Lage sind, dies kurzfristig wieder auszugleichen.”
Für den Chefarzt Prof. Glatz kommt der Trend zu mehr ambulanten Eingriffen zur rechten Zeit. Hintergrund dieser Aussage ist der Fakt, dass sich in seinem Verantwortungsbereich zum Beispiel die Zahl der zu operierenden Patienten mit onkologischen Diagnosen von 2022 zu 2025 de facto verdoppelt hat. Es spricht sich über Nordthüringen hinaus herum, dass unser Krankenhaus nicht nur über das notwendige Personal und die entsprechende Technik wie die zwei OP-Roboter, sondern auch über geprüfte und anerkannte Zentren verfügt, die in einem Netzwerk für Onkologie zusammengeführt werden. Wir wollen unsere stationären Ressourcen den Patienten zur Verfügung stellen, die sie wirklich brauchen und allen anderen einen möglichst reibungslosen ambulanten Eingriff ermöglichen!”